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Der Wertstoffhof Bornum bleibt

- Angelika Rs

Angelika Walther, stellv. Regionspräsidentin

Wir haben es aus der Zeitung erfahren: Der Abfallwirtschaftsbetrieb Hannover (aha) plante, die Wertstoffhöfe Billungstraße in Linden sowie den Wertstoffhof in der Bornumer Straße, der für den ganzen Stadtbezirk Ricklingen zuständig ist, aufzuheben und an einem neuen Standort zusammenzuführen. Dieser Standort sollte nach modernsten Maßstäben ausgestattet werden und verkehrsgünstig liegen. Das sollte geschehen im Zusammenhang einer Überprüfung des gesamten Wertstoffhofsystems in der Region Hannover, die auch für aha zuständig ist.

Nun hätten die Bürgerinnen und Bürger im Stadtbezirk Ricklingen mit einem zentralen und verkehrsgünstigen neuen Standort durchaus leben können, aber plötzlich war die Rede von einem mit Linden gemeinsamen Standort am Lindener Hafen! Das mag ja aus Sicht von aha sehr günstig sein, sogar ein Anschluss an die Binnenschifffahrt wäre vorhanden, aber welcher Ricklinger Kleingärtner würde mit seinem Fahrradanhänger seinen Grünschnitt dort hinbringen? Das geht gar nicht.

Die Sorgen der Politiker im Stadtbezirksrat Ricklingen fasste Sabine Tegtmeier-Dette von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag auf Erhalt des Wertstoffhofes in Bornum zusammen. Diesen Antrag machten sich alle Fraktionen und Einzelvertreter in Stadtbezirksrat Ricklingen zu eigen und in der Sitzung am 18. März wurde dieser - jetzt interfraktionelle - Antrag einhellig beschlossen.

Am darauf folgenden Tag wurde unsere Regionsabgeordnete Angelika Walther (SPD) aktiv. Sie hatte sich zuvor bereits beim zuständigen Dezernenten, Prof. Axel Priebs, beschwert, dass sie aus der Zeitung vom Vorhaben des Abfallwirtschaftsbetriebes erfahren musste. Der Dezernent teilte mit, dass es politisch keine konkreten Planungen oder Beschlüsse für einen neuen Standort geben würde.

Mit dem einhelligen Bezirksratsbeschluss auf Erhalt des Wertstoffhofes Bornum im Rücken und dem Wissen, dass politisch noch nichts festgeschrieben war, verhandelte Angelika Walther direkt mit der Geschäftsführerin von aha. Es könne nicht angehen, dass ausgerechnet der meistfrequentierte Wertstoffhof von ganz Hannover geschlossen werden solle, schon gar nicht mit dem Argument, der durchschnittliche Weg der Leute zu den Höfen in der Stadt Hannover sei geringer als auf dem Lande. Das ist wohl naturgemäß so. Die weitere Begründung, dass das Gelände an der Bornumer Straße für die vielen Aufgaben eines modernen Wertstoffhofes zu klein sei, ließ sich damit entkräften, dass die Aufgaben einer Überprüfung auf die einzelnen Standorte hin unterzogen werden sollten.

Eine Zeitungsausgabe später konnten die Bürgerinnen und Bürger dann lesen, dass aha die zuständigen Bezirksbürgermeister angeschrieben hätte, dass von einer Schließung des Wertstoffhofes Bornum nicht die Rede sein könne. Vielmehr sollen die Müllwagen künftig ihre Abfuhrbezirke nicht mehr von dort aus anfahren, sondern von einem neu zu errichtenden modernen Wertstoffhof am Lindener Hafen. Auch die Fahrzeuge der Straßenreinigung sollen dann nicht mehr in der Bornumer Straße stationiert sein.
Nun gut, um so mehr Platz haben wir Bürgerinnen und Bürger dann zum Anfahren der Wertstoffcontainer, um den Grünschnitt und unseren Sperr- oder Elektromüll sauber sortiert dort abladen zu können.

Dies ist ein Beispiel dafür, dass es den meisten Erfolg bringt, wenn unsere zuständigen Abgeordneten die Planungen eines kommunalen Wirtschaftsbetriebes an der Politik vorbei nicht einfach hinnehmen, sondern in der direkten Konfrontation klarmachen, was geht und was nicht geht, um dann gemeinsam eine für Alle befriedigende Lösung zu finden. aha hat gerade noch einen Ausweg gefunden, ohne das „Gesicht zu verlieren“.
Um so unverständlicher erscheint jetzt die Haltung von Frau Michalowitz (CDU) – ebenfalls Regionsabgeordnete – die sich dem gemeinsamen interfraktionellen Antrag im Bezirksrat nicht anschließen wollte mit dem Hinweis, als Regionsabgeordnete eventuell anders entscheiden zu müssen und nicht vorgreifen zu wollen.
Text: Martin Walther

 



 
 

 
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